Ein „Gegenpapst“, die Inquisition und der Bosnische Kreuzzug 1235

Nachdem Kulin Ban die Fundamente gelegt hatte, begann für die Bogomilen in Bosnien ein Aufschwung. Doch die Päpste in Rom hetzten weiter gegen die „Ketzer“ im Osten, und stachelten die benachbarten Ungarn und Kroaten auf. Dem Frieden im Land gingen der Einfall der Inquisition und der blutige Bosnische Kreuzzug voraus. Doch den Bogomilen blieb durch eine grausame Wendung des Schicksals die vollständige Ausmerzung durch die Katholiken erspart – anders als den Katharern, ihren Brüdern und Schwestern im Glauben in Südfrankreich.

Ankunft der Bogomilen in Bosnien – „od Kulina bana i dobrijeh dana“

Das geflügelte Wort „od Kulina bana i dobrijeh dana – von Kulin Ban und besseren Tagen“ spielt im Volksmund auf den ersten Aufschwung eines unabhängigen bosnischen Königreichs Ende des 12. Jahrhunderts an. Einer brutalen päpstlichen Ausmerzungs-Kampagne zum Trotz gewährte damals Kulin Ban vielen Bogomilen aus Serbien und Dalmatien Zuflucht. Er beschützte sie und legte die Fundamente für eine Jahrhunderte währende Blütezeit bogomilischer Gemeinden in der Region.

Stećci – Mahnmale der Bogomilen?

Zehntausende eindrucksvolle Grabdenkmäler finden sich in den früheren Heimatregionen der Bogomilen. Sie werden stećci genannt, und geben bis heute Rätsel auf. Waren sie Zeugnisse bogomilischen Glaubens und Lebens? Oder sogar Mahnmale der Verfolgung durch die kirchliche Inquisition?

Viele und doch eins – über die Bogomilen zu den Katharern, und weiter

Wie sehr war die mittelalterliche Gemeinschaft der Bogomilen mit ähnlich Glaubenden und Lebenden in Frankreich, Italien und sogar Deutschland verbunden? Bekannte Historiker und weniger bekannte Dokumente geben erstaunliche Einblicke in eine europaweite urchristliche Bewegung, die besonders in Frankreich maßgeblich von Frauen wie Esclarmonde de Foix befördert wurde – aber auch in deren äußerst brutale Zerschlagung durch die katholische Kirche und ihre Inquisitoren.

Vlachen – rastlose Bogomilen?

Von der Hochweide ins Tal, von den Bergen an die Küste: die Vlachen, freie Menschen, zogen mit ihren Herden über Jahrhunderte durch die Landschaften des Balkans. Besonders unter den Vlachen Bosniens – heute oft pauschal als serbisch-orthodoxe Kirchenanhänger vereinnahmt – waren auch Bogomilen, die eindrucksvolle Grabdenkmäler als Zeugnisse ihres Glaubens hinterließen.