Letzter Tag: kulturelle Begegnungen in Stolac

Und so bereiten wir uns auf den Ausflug zu einer der landesweit bekanntesten Stätten mit stećci vor: nach Radimlja, kurz vor der Stadtgrenze gelegen. Bei angesagten 40 Grad dürfen viel Wasser, Sonnencreme, sowie Hut und ein langärmliges Hemd als Sonnenschutz nicht fehlen. Bei der Anfahrt geht es mitten durch die Gedenksteine, denn die jugoslawische Straßenbaubehörde verkannte vor einigen Jahrzehnten dieses Kulturerbe derart, dass ohne Rücksicht auf Verlust eine zweispurige Straße mitten hindurch geteert wurde. Heute hat sich das Bewusstsein zum Glück gewandelt …

Tag 10: Stećci im Nationalpark Blidinje

Von unserem Ferienapartment am Jablanica-Stausee oberhalb von Konjic brechen wir heute in aller Frühe auf: Unser Ziel ist der Nationalpark Blidinje. Dort erwartet uns heute, neben dem auf dieser Reise fast schon obligatorischen wolkenlosen Himmel, ein junger einheimischer Führer, der uns einige Stätten mit stećci zeigen wird. Das weite, grüne Grasland, die steilen Berggipfe, der rauhe Wind – vieles erinnert uns an Kupres. Doch Blidinje hat neben einem ausgedehnten Bergsee auch etwas mehr touristische Infrastruktur zu bieten. Neben einigen Neubau-Ferienhäusern von Kroaten aus der Herzegowina, Dalmatien und sogar Zagreb gibt es hier auch eine Handvoll Motels. Wir machen in einem davon Rast und warten bei einem Kaffee auf unseren guide …

Tag 9: Am Oberlauf der Neretva

Heute teilen wir uns wieder auf und für uns, die Gruppe im Tal, sieht es nach einem etwas ruhigeren Tag aus. Zuerst geht es an die Neretva, die hier noch ein zwischen steilen Berghängen dahineilender Gebirgsfluss ist. Das kristallklare Wasser lädt zum Verweilen auf den Sandbänken ein. Doch hier will nun jede Etappe bedacht und geplant sein – an den Hängen und Graten hier verlief die verminte Front, und die unwegsamen Wälder sind bis heute nicht sicher zu betreten. Wir halten uns also an befahrene Straßen und Wege.

Tag 8: Rund um die Visočica

Der Weg Richtung Visočica ist zum Glück ohne Überraschungen, direkt am Wegesrand erwartet uns auf etwa 1.500 m Höhe die erste wunderbare Stätte mit stećci. Dort soll laut einem obskuren Hinweis auf Google Maps inmitten der Bergwiesen eine eindrucksvolle Stätte mit Gedenksteinen zu finden sein. Schon von weitem sehen wir auf der ersten grünen Hochweide Pferde grasen. Von Zäunen keine Spur – es müssen also Wildpferde sein!

Tag 7: Sarajevo und Bergtour-Vorbereitungen

Am nächsten Morgen sammeln wir beim Frühstück im lauschigen Innenhof unseres Stadthotels Kraft für die Etappe in Gebirge Richtung Neretva, die für heute und morgen ansteht. Wir besuchen zunächst das Bosniaken-Institut in der Innenstadt. Bevor wir in die Wildnis aufbrechen, steht noch ein Literatur-Shopping in den Buchläden und Antiquariaten rund um die Baščaršija an – denn viele ältere historische Werke rund um das mittelalterliche Bosnien und die Bogomilen sind – wenn überhaupt – vor allem hier zu finden.

Tag 6: Von der „Pyramide der Sonne“ in Visoko nach Sarajevo

Uns interessiert der Sitz von Kulin Ban, des berühmten Schutzherrn der Bogomilen, der in der „hohen Stadt“ Visoki um das Jahr 1200 herum herrschte. Der Trampelpfad zu den Burgruinen ist gesäumt von geschäftstüchtigen tour guides und fliegenden Händlern, die von Heilsteinen, Kräutertees bis hin zu mystischem Schmuck eine Menge nützliches zur Vertiefung des Pyramiden-Erfahrung im Angebot haben.

Tag 5: Zwei Königsburgen – Vranduk und Bobovac

Wir sehen Vranduk bald vor uns. Der Fluss fließt hier gemütlich und kristallklar durch üppige Wälder, am Ufer bauen Anwohner ihr Gemüse an – man fühlt sich schon fast 500 Jahre zurückversetzt. Damals verlief hier einer der Haupthandelswege zwischen der pannonischen Tiefebene Kroatien-Ungarns in Richtung Adria, und entsprechend wichtig war diese Festung.

Tag 4: Travnik, der Vlašić und das Tal der stećci

Nach einer kurzen Rast im Schatten einer großen Fichte – und Schatten ist hier oben tatsächlich schwer zu finden, entschließen wird uns, den „Plan B“ für diesen Tag anzugehen, und noch eine weiter Stätte mit stećci anzufahren. Wie richtig die Entscheidung sein sollte, ahnten wir allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht … Also zurück ins Tal, nach Novi Travnik und dann – Google Maps sei Dank – zielgenau Richtung Maculje.

Tag 3: Kupres – das Wilde Bosnien und die ersten stećci

Nach dem kurzen Aufstieg auf einen Hügel liegen sie endlich in der Ferne vor uns: Die stećci von Rastičeva Mašeta. Leuchtend weiß in der grellen Mittagssonne, umgeben von einem im immer stärker werdenden Wind wogenden Grasmeer. In der Ruhe und Weite wird die tiefe Verbindung von Himmel, Erde und den im Geist erwachten Menschen, die hier ihre steinernen Erinnerungsmale errichtet haben, spürbar. Diese Stätten waren wohl keineswegs nur die „Nekropolen der Bogomilen“, wie es heute heißt. Dies wird gerade an diesem Ort besonders deutlich.

Tag 1 & 2: Die Anreise nach Bosnien

Auf den Spuren der Bogomilen durch Bosnien und die Herzegowina: Im Juni 2022 machten wir uns auf dem Weg, und bereisten zwei Wochen lang die Region. Dieser Reisebericht erzählt von den zahlreichen Etappen auf unserem Weg, den Sehenswürdigkeiten, Erlebnissen und Begegnungen mit vielen hilfsbereiten Menschen vor Ort, die uns oft gerne das Land und seine Geschichte näher brachten.